Zum Inhalt springen →

Kaffee und Paralympics (03)

Kaffee

Heute gibt es wieder Kaffee, erneut den schon erwähnten Dallmayr Crema d’Oro, allerdings aus der French Press, vulgo, Bodum-Kanne. Nee, nicht so toll. Kann man trinken, aber ist nicht seine starke Seite.

Paralympics

Um 2 bin ich wach, drehe mich aber nochmal um mit dem Gedanken, dass ich dann wohl das Rollstuhl-Basketball verpasse. Aber, wie ich schon gestern vermutete: beim ZDF werden Sie geholfen!

Nicht nur finde ich problemlos im EPG auf dem Fernseher die Live-Streams, sondern unter SportRelive auch die Streams der vergangenen Nacht zum Nachschauen. Und so komme ich noch vor dem 9 Uhr-Termin dazu, mir ein Rollstuhl-Basketball-Match anzusehen. Dass ebendieses dann später in zumindest halber Länge nochmal im Sportstudio erscheint, well.

Gelernt habe ich heute, dass Rollstuhl-Basketball ein harter Sport ist, auch wenn es zunächst nicht danach aussieht. Da wird mit harten Kanten und Rempeleien gespielt. Wenn man sieht, wie häufig SpielerInnen einander umwerfen, und sich dann wieder an anderen samt Rollstuhl hochziehen, Respekt. Ich hätte blaue Flecken ohne Ende…

Bei der Anmerkung des Moderators, diese Spezialrollstühle seien mit sechs- bis siebentausend Euro schon sehr teure Sportgeräte, musste ich leicht husten. Was glaubt er, kosten Aktivrollstühle sonst? Und das sind Spezialanfertigungen… auf der anderen Seite empfand ich als sehr positiv, dass er einen Vergleich zum Nicht-Rollstuhl-Basketball mit der Bezeichnung „Fußgänger-Basketball“ zog, statt etwas wie „normal“ oder so zu benutzen. Gut!

Überhaupt fällt (auch bei der ARD) sehr positiv auf, wie bei der Berichterstattung das Binnen-I mitgesprochen wird, und generell Wert auf eine inklusive Sprache gelegt wird. (Der BR dürfte sich davon gern eine Scheibe abschneiden). Und dann poppt mir gerade in die Timeline, dass Herr Hallervorden (ja, der mit dem Blackfacing) Gendern mit Vergewaltigung (der Sprache) gleichsetzt, was in so vieler Hinsicht ein Fehlgriff ist. Aber lassen wir das…

Geschaut habe ich natürlich Goalball, wenn auch das deutsche Herren-Team im heutigen Match nicht so toll abgeschnitten hat. Erneut irritiert mich, dass – bis auf Medaillenentscheidungen – sehr explizit nur Events mit deutscher Beteiligung gezeigt werden. Da sind Behindertensport und Olympiade dann doch noch sehr weit voneinander entfernt.

Ein kurzer Bericht über Heidemarie Dresing, die heute im Dressurreiten antrat, ist noch eine Notiz wert (sie wurde Vierte, bei ihrem ersten olympischen Auftritt). Bemerkenswert weniger, weil sie – wie hervorgehoben wurde – mit 66 Jahren schon sehr alt ist für ein internationales Sport-Event, sondern weil sie eine deutliche Erinnerung daran ist, dass uns Behinderung jederzeit erwischen kann. Dresing erkrankte vor 10 Jahren an Multipler Sklerose. (Wie überhaupt sehr viele der AthletInnen nicht von Geburt an behindert sind/waren, sondern durch andere Umstände körperlich beeinträchtigt wurden).

In der Rubrik „Mir unbekannte Sportarten“ gab es heute: Rollstuhl-Rugby (oder auch: Rollstuhlbasketball auf Testosteron), und einen kurzen Einblick ins Sitzvolleyball, das ich wirklich gern sehen möchte.

Veröffentlicht in Querbeet

Kommentaren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.