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Kaffee und Paralympics (02)

Kaffee

Gestern noch hatte ich es davon, dass ich eigentlich mal weniger Kaffee trinken sollte – und heute habe ich tatsächlich keinen Kaffee in der Tasse, sondern, dem Thema #Tokyo2020 angemessen, einen milden japanischen Grüntee (von der großen Marke ITO-EN, 2018 in Japan gekauft).

Damit war ich gut gerüstet für den heutigen Vormittag bei den Paralympics.

Paralympics

Die Eröffnungsfeier

Große Eröffnungsfeiern, erst recht von Events wie Olympiaden, finde ich meist mühsam. Alles dauert zu lange, zu viel getragene Musik und Pathetik, und ich kann mich nicht erinnern, jemals eine vollständig gesehen / durchgehalten zu haben. Bis gestern.

Tatsächlich war ich überaus angetan, vor allem vom künstlerischen Teil der Veranstaltung. Die Musik, das Konzept, die Performer, alles war stimmig und gut gelungen – und sehr jung, frisch, modern und inklusiv. Auch das deutsche Moderatorenteam bei der ARD lobte das Ganze sehr, besonders die in Japan lebende Kathrin Erdmann – Tenor: sowas hat man in Japan noch nie erlebt.

Es lohnt sich meines Erachtens, sich zumindest den künstlerischen Teil direkt nach dem Einlaufen / Einrollen der AthletInnen anzuschauen. Mich erinnerte das an eine Cirque du Soleil-Inszenierung – nur eben mit sehr vielen sehr unterschiedlich beeinträchtigten (und nicht behinderten) KünstlerInnen. Grandios in Szene gesetzt. Bis Ende des Monats ist die volle Aufzeichnung noch in der ARD Mediathek zu finden.

Interessant fand ich, bei den SportlerInnen auch einen Einblick in die Vielfalt der Behinderungen zu bekommen – sowie auf sehr länderspezifische Förderprogramme für bestimmte Sportarten. Das Moderatorenteam gab sich redlich Mühe, neutral und positiv eingestellt zu kommentieren. Das war keineswegs überall in der Welt so.

Weniger schön finde ich, dass adidas, was auch die Moderatoren anmerkten, offenbar weniger Engagement für die Paralympics übrig hatte, und das deutsche Team nicht in der gleichen Kleidung wie die olympische Equipe einlaufen konnte. Das hinterlässt einen faden Nachgeschmack.

Insgesamt waren nicht alle SportlerInnen angetreten, einige aus räumlichen Gründen (weil die Wettkämpfe woanders stattfinden), andere wohl auch, um sich zu schonen. Lustig waren auch die Kontraste – z.B. Länder mit einem Einmannteam (die Salomonen etwa – 1 Mann, eine Fahne!), und dann andere, wo eine einzelne Sportlerin von 5 oder 6 anderen aus dem Umfeld begleitet wurde. Manche Teams schienen gebannt von der Atmosphäre, andere (wie die Spanier) nutzten die Chance für eine große Fiesta und viel gute Laune ausgiebig. Auch hier war das Angebot ausgesprochen vielfältig.

Schließlich setzte Japan noch ein gutes Zeichen damit, zu den als Fahnen- wie Fackelträgern geehrten Personen auch Menschen aus dem Gesundheitswesen hinzuzufügen.

Der erste Wettkampftag

Was sich mir beim Blick in die Programmübersichten von ARD und ZDF schon andeutete, wurde heute noch klarer: es wird zwar viel gesendet, aber schwerpunktmäßig halt nur „mit deutscher Beteiligung“, und die Zahl der Streams dürfte durchaus größer sein. Diese zu finden, ist auch nicht ganz einfach – als ich um kurz nach 4 Uhr heute früh den Fernseher anmachte, meldete mir zwar dieser im Onscreen-Popup, es gebe Fechten, Schwimmen, noch irgendwas im Stream, aber dieser war beendet, und bis zum Beginn des nächsten schaute man in die Röhre bzw. auf den LED.

Was (der ARD Mediathek) fehlt, ist eine ordentliche (im besten Sinne: barrierefreie) Übersicht aller geplanten und aktuellen (und vielleicht auch vergangenen) Streams. Ich bin gespannt, wie das dann bei ZDF sein wird. Ich habe die UX dort von der Winterolympiade in Korea noch in angenehmer Erinnerung.

Gesehen habe ich bis jetzt (Stand 12:20 Uhr) Tischtennis, Schwimmen, Bahnradfahren (Einzel und einen kurzen Rückblick auf das Tandemfahren), und schließlich noch Goalball. Und das erfüllte dann auch meine Vorhersage von gestern, dass ich mir unbekannte Sportarten kennen lernen würde. Es ist mir fast ein wenig peinlich, davon bisher noch nie gehört zu haben. Ein bisschen tröstete mich, dass der Kommentator anmerkte, das sei eine TV-Premiere. Das ist dann aber umso unverständlicher, wenn man die Historie der Sportart sieht, die seit 1976 paralympisch ist. (Hier der umfangreiche Beitrag zu Goalball in der Wikipedia). Ich fand das hochspannend, und werde versuchen, viel Goalball zu sehen.

Medaillen

Gesehen: 1 x Bronzemedaille für Denise Schindler in der Einzelverfolgung

Veröffentlicht in Querbeet

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