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Filmnachlese 2019-05

Last updated on 28. Mai 2019

Big Kill

Western aus dem Jahr 2018 mit Michael Paré, Danny Trejo, Jason Patric und Lou Diamond Phillips.

Insgesamt ein prototypischer, klassischer Western, mit ein paar Längen, kann man aber durchaus anschauen. Schauspielerisches Highlight ist Lou Diamond Phillips, der auch mein Grund war, den Film überhaupt anzusehen. Solide.

Die Kinder von Fukushima

Deutsche Doku aus dem Jahr 2012 über den Tsunami von Fukushima. Hier geht es nicht um Atomkraftwerke und Strahlung, sondern darum, wie Schulkinder in der betroffenen Region die Katastrophe er- und überlebt haben, und wie sie damit klar kommen, dass Lehrer, Mitschüler, Eltern von jetzt auf gleich aus ihrem Leben gerissen wurden. Einfühlsam und intensiv erzählt. Beim Schauen ging mir auf, dass die gezeigten Schüler heute alle junge Erwachsene sind, und es wäre spannend, sie noch einmal zu fragen, wie dieses Erleben ihr Leben und ihre Sichtweise darauf geprägt hat.

Ear Buds. The Podcasting Documentary

Doku aus dem Jahr 2016. Graham Elwood und Chris Mancini vom Comedy Film Nerds Podcast haben  dokumentiert, was aus ihrem Blickwinkel die (US-amerikanische) Podcasterszene zu einer besonderen Community macht – namentlich die enge Verbindung zwischen den Podcastern und ihren Fans. Einfühlsam werden hier individuelle Geschichten erzählt, vom Live-Coming-Out eines gay Podcasters auf einem fremden Podcast bis hin zur Japanerin, deren einzige Verbindung zur Außenwelt durch das Chaos eines Erdbebens die Fan-Community ihres Lieblings-Podcasts war (und die im Lauf des Films einige dieser Menschen trifft). Es wird von der Gemeinschaft berichtet, und auch von tiefen Wunden; einige öffnen sich zu Themen wie Drogenabhängigkeit und verschiedenen psychischen Störungen und Krankheiten. Was ihre Hörer begeistert, ist die Authentizität, aber auch das Auf-Augenhöhe-Sein und Sich-Austauschen-Können mit Menschen, die ähnliches durchgemacht haben,

Ear Buds, der doppeldeutige Titel passt hervorragend, ist eine Liebeserklärung an eine bestimmte Form von Podcasting und eine (Teil-) Erklärung für das Phänomen zumindest englischsprachiger Podcasts. Interessant und herzerwärmend gemacht. Ich komme allerdings nicht umhin, immer wieder festzustellen, dass der größte Teil der (vorgestellten und öffentlich als relevant wahr genommenen) Podcasts von White Bros stammt…

Game of Thrones – Die letzte Staffel

(Mehr oder weniger spoilerfrei.)

Über den Abschluss von Game of Thrones haben viele Leute viel geschrieben und sich eine Menge Leute – für meine Begriffe zu recht – aufgeregt. Nachdem sieben Staffeln lang Plots episch ausgewälzt wurden, wurden in der finalen Staffel die Handlungsfäden nicht nur husch-husch abgehandelt, nein abgeschnitten – insgesamt ist diese finale Staffel einfach unbefriedigend geblieben. Lag es daran, dass sich die Showrunner zu weit von Martins Vorlagen entfernt haben? Warum man trotz vorhandenem Budget und willigem Abnehmer (HBO) nicht statt einer Sechs-Folgen-Staffel zwei weitere Staffeln mit 8 bis 10 Episoden gemacht und das Ganze ehrwürdig beendet hat, wird eines der großen Rätsel der Menschheitsgeschichte bleiben. Ja, unter cinematographischen Aspekten war die Season streckenweise interessant, und die eine oder andere Entwicklung war durchaus okay. Was aber den Fail für mich ausmacht, ist, dass die Showrunner diese Season komplett an den Fans und deren ebenso kreativen Ideen wie durchaus berechtigten Erwartungen vorbei entwickelt haben. Schade drum.

Jodorowsky’s Dune

Doku über den gescheiterten Versuch von Alejandro Jodorowsky, Frank Herbert’s Dune in den 70er Jahren zu verfilmen. Lief bei arte, und gibt nicht nur Einblicke in die Arbeit an dem Film, sondern natürlich auch in das teils doch exzentrische Leben von Jodorowsky. Für SciFi- und Comic-Fans sehr interessant.

Shazam

Eine geradezu prototypische Superhelden-Geschichte: Billy, der von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht wird, und immer wieder ausbüxt, ist ein desillusionierter Teenager. Doch gerade frisch in eine neue Familie versetzt, geschieht etwas sehr seltsames – er wird über Nacht zu einem Superhelden. Nun, jedenfalls so etwas in der Art…

Ein paar Brocken Magie und Gut gegen Böse, ein Comic-Villain wie aus dem Lehrbuch, und eine ganze Menge Herzschmerz in familienkompatibler Verpackung, gespickt mit launigen Gags und ein paar Superhelden-Tropes mit Augenzwinkern – das ist Shazam, der passenderweise von Zachary „Chuck“ Levi verkörpert wird, womit der Ton für den Film ohnehin gesetzt ist. Macht nichts kaputt, macht gute Laune, und ist unterhaltsam.

T. C. Boyle – Rockstar der amerikanischen Literatur

Lief irgendwann zum Jahresanfang auf arte, landete hier per Mediathek-DL auf dem Server. Ich habe viele Bücher von Boyle gelesen – von einigen war ich begeistert, andere fand ich abgrundtief grottig. Ich denke, er polarisiert auch sonst. Interessantes BioPic, das einen sehr schrägen und sehr sein „Selbst“ auslebenden Charakter zeigt. Lohnt sich zu gucken, wenn es mal wieder online ist (es gibt auf Youtube derzeit eine Version, die ich aus Copyrightgründen aber nicht verlinke) – nicht nur für Literatur-Freaks (für die vielleicht am wenigsten).

The Highwaymen

Kevin Costner und Woody Harrelson sind die beiden Hauptdarsteller in dieser Nacherzählung der Geschichte um Bonnie & Clyde; Kathy Bates hat einen tollen Auftritt als ‚Ma‘ Ferguson. Insgesamt eher langsam erzählt, versetzt dieser Netflix-Film die Zuschauer sehr gekonnt in das Amerika im Jahr 1934, und vermag sogar ein bisschen vom Craze um Bonnie & Clyde zu vermitteln, die bei der armen Bevölkerung als eine Art Robin Hoods gehandelt wurden. Mit ein paar künstlerischen Freiheiten aufgepeppt, bleibt die Handlung dennoch recht eng an den historischen Originalen (und ist demnach vorhersehbar); trotzdem ein ganz nett anzuschauender TV-Movie mit angenehm wenig überzogener Action und einer ganzen Menge subtiler Selbstironie. Sowohl Harrelson als auch Costner zeigen hier, dass man auch in Ehren altern kann, ohne eine Liebesgeschichte mit Twentysomethings einzubauen.

Zombieland

Und nochmal Woody Harrelson, dieses Mal aus dem Jahr 2009. Die Zombieapokalypse ist ausgebrochen, und Amerika liegt (mal wieder) in Schutt und Asche, allein ein paar Überlebende versuchen, sich irgendwohin durchzuschlagen, wo es besser sein könnte. Gemeinsam mit Jesse Eisenberg und Emma Stone metzelt sich Harrelson hier durch eine Mischung aus Last Man on Earth und Z-Nation, nur halt einige Jahre vor beiden Serien. Es ist offensichtlich, dass zumindest Z-Nation sich kräftig bei einigen der Ideen aus dem Film bedient hat. Einige coole Sprüche und launige Gags und eine ganze Menge kreative Ideen, wie mensch Zombies erledigen kann, verleihen dem Streifen etwas Flair und Fun. Wirklich gut ist er allerdings nicht. Dafür gibt es noch einen schönen Auftritt von Bill Murray, und insgesamt ist Zombieland trotz gewisser Plot-Hänger ein netter Film für einen Popcorn-Filmabend, so man mit dem Genre kompatibel ist.

Veröffentlicht in Film + Fernsehen

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