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Filmnachlese 2021-03

Im März gesehen:

Coming to America (Der Prinz von Zamunda)

Nachdem Teil 2 bei Amazon in den Startlöchern stand, haben wir uns der guten Ordnung halber als Vorbereitung nach vielen Jahren Pause den ersten Teil nochmal angesehen, und das erste Mal im Originalton. Kurz zusammengefasst: Der Film ist nicht wirklich gut gealtert, der schenkelklopfende Humor, der auf kolonialrassistischen Tropes basiert, stößt auch mit viel gutem Willen, es als Satire zu sehen, häufig sauer auf. Schön ist es, das New York der End-80er und die Looks der Zeit nochmal zu sehen. Kann man zwar gucken, aber die gleiche Freude wie damals macht es definitiv nicht.

Coming 2 America (Der Prinz von Zamunda 2)

Mit der leisen Enttäuschung des ersten Teils im Rücken waren meine Erwartungen an Teil 2 nicht allzu hoch. Immerhin ist er etwas besser geworden, wenn auch die Musical-bollywood-mäßigen Tanzeinlagen eher strange sind. Macht aber trotz halbwegs vorhersehbaren Plots gute Laune, nicht zuletzt dank Leslie Jones, die ordentlich Leben in die Bude bringt.

Die Nordreportage: Der Panzerknacker

Interessante Doku über einen Menschen, der das Hobby Schloßknacken für sich entdeckt hat, und heute einer der begehrtesten professionellen Schloß- und Tesorknacker Deutschlands ist.

Lebenswege: Drei Generationen Almanya

An der Lebensgeschichte dreier türkischer Immigranten-Familien in Kiel entlang erzählt die Doku vom türkisch-deutschen Alltag. Sehr gut gemacht.

Love and Monsters

Schon etwas länger her, weil es mir gerade wieder einfiel, kommt es hier mit in die Liste:

Gute-Laune-Action-Popcorn-Kino mit nerdigen Gags, besonders für Computergamer und Rollenspieler. Nimmt sich nicht schrecklich ernst, ist nicht sonderlich anspruchsvoll, und macht eine Menge Spaß.

Olivia Jones – Eine Dragqueen mit Haltung

Olivia ist eine Hamburger Ikone, und das zu Recht. In dieser Doku wird ein bisschen aus dem Leben und der politischen Aktivität von Olivia Jones, aber auch ihrer Wirkung auf der Bühne und in der Gastroszene in Hamburg erzählt. Unvergessene Highlights wie ihr Auftritt beim NPD-Parteitag oder ihre Kandidatur für die Bürgerschaft dürfen natürlich nicht fehlen. Gut.

Soul

Wow. Was für ein Film. Ich hatte keine wirklichen Erwartungen an das neueste Werk aus dem Hause Disney. Was die Macher da abgeliefert haben, ist schlicht großartig. Neben der fabelhaften Musik (die, wie der Hauptcharakter, für mich sofort klar machte, dass hier Jon Batiste die Finger auf den Tasten hatte), ist auch die visuelle Ausgestaltung dieses Filmes absolut fantastisch. Vor allem aber hat es Disney endlich mal geschafft, eine „black story“ zu erzählen. Wunderschön, geht ans Herz, hat Spaß, Spannung, Witz, tolle Musik, einen gebrochenen Charakter mittleren Alters und eine ganze Menge Message (die dem einen oder der anderen allerdings zu esoterisch ausfallen dürfte). Großes Kino im besten Sinne.

South Africa With Gregg Wallace

TV-Koch und Gastronom Gregg Wallace hat für itv Südafrika bereist. In sechs Episoden führt er durch landschaftliche Schönheiten des Staates am Kap, und zeigt dabei vor allem sehr viel Natur. Man merkt den Episoden an, dass hier wohl von der Touristikförderung Südafrikas bei der Zielauswahl etwas Unterstützung geleistet wurde; glücklicherweise bleiben aber, bis auf den obligatorischen Tafelberg-Besuch und Bo Kaap, die „big points“ (Kap, Krüger-Nationalpark) aus. Dafür darf Wallace in einem privaten Nature Reserve einen Leoparden kraulen (der zu medizinischen Zwecken betäubt wurde), und hat auch sonst viele Begegnungen mit wildlife., Nachdem wir im Sommer 2019 in Südafrika unterwegs waren, hatten wir viel Freude an dieser Reihe, und haben noch ein paar neue Punkte entdeckt, zu denen wir gern mal reisen würden.

The Stand

Vorab: ich mochte die Serie nicht. Ich habe sie zu Ende geschaut, um zu wissen, wie sie umgesetzt wurde und endete. Gehört für meine Begriffe in der (recht langen) Liste schlechter Stephen-King-Verfilmungen auf einen der vorderen Plätze. Auch Whoopi Goldberg, Alexander Skarsgård, James Marsden (der wie ein Aufguss seiner Westworld-Rolle wirkt) und (die völlig verzichtbare) Amber Heard können dieses krude Machwerk nicht retten. Bemerkenswert ist Owen Teague als widerlicher Creep. Szenerien, Maske/Kostüm, Charaktere – nichts wirkte passend, authentisch, glaubwürdig; die Handlungsfäden waren wirr und strukturlos – was in Kings geschriebenen Welten zu einem großen Ganzen zusammenfliessen konnte, wächst hier nicht zu einem gleichermaßen sinnvollen Konstrukt zusammen. – Im Grunde Lebenszeitvergeudung.

Veröffentlicht in Film + Fernsehen

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