Filmnachlese 2018-10

Im Oktober gesehen:

The Expanse Season 3

Großartige, hochatmosphärische Hard Science Fiction mit unglaublich schicken Kulissen und Special Effects. Für meinen Geschmack hatte diese Staffel einen Hauch zu viele Plotwendungen, eine größere Handlungslücke und ein paar Logik-/Kontinuitätsprobleme, aber dennoch derzeit wohl das coolste, was es an SciFi-Serie im TV gibt. Ich freue mich auf Staffel 4.

Ant Man and the Wasp

Ich mochte den ersten Ant Man Film mit Michael Douglas aus dem gleichen Grund, aus dem ich auch Suicide Squad und Guardians of the Galaxy mochte – man konnte das Ganze völlig locker als Popcornfilmchen anschauen, ohne den gesamten Marvel-Überbau zu kennen. Und auch Teil 2 ist ein vergleichsweise cooles Spektakel an Techbabbel, Special Effects, Verfolgungsjagden und witzigen Effekten, die gute Laune machen. Die Storyline ist nicht unbedingt zwingend, aber dafür schaut man sich so einen Streifen auch nicht an. Laurence Fishburne, Michelle Pfeiffer und Walton Goggins sowie Hannah John-Kamen, die mir vor allem als ‚Dutch‘ aus Killjoys ein Begriff war, runden den Cast ab. Kann man gucken, macht eigentlich nichts kaputt, ist aber eben eher comichaft (einschliesslich eines lässigen Cameos von Stan Lee). Bemerkenswert an dem Film ist nur das absolut schockierende (Cliffhanger-?) Ende.

Julia Sweeney – Letting Go of God (TED-Talk)

Der Talk ist eigentlich ein Ausschnitt aus einem längeren Bühnenprogramm von Sweeney. Ich kam über einen Thread in /r/atheism dahin. Sweeney ist smart und witzig, und auch wenn der TED-Talk bei dem eigentlichen Thema, nämlich der Frage nach dem Glauben an Gott, letztlich abbricht, kam er gerade richtig – eine der dort auftauchenden Figuren ist nämlich ein gewisser Lehi (und zwei mormonische Missionare) – und in ein paar Tagen werde ich in Lehi, Utah sein…

Das gesamte Bühnenprogramm ist gut 2 Stunden lang, und mit einer einfachen Suche auf Youtube zu finden. Ich verlinke es bewusst nicht, da der Copyright-Status fragwürdig ist – es lohnt sich allerdings, die zwei Stunden zu investieren, wenn man mit dem pointierten Witz einer Ex-Katholikin klar kommt, die den Glauben verloren bzw. durch Logik und Wissenschaft ersetzt hat, und versucht, das mit ihrer christlichen Familie und Umgebung unter einen Hut zu bekommen.

Südkorea – Das Land der vielen Wunder

Eine fünfteilige arte-Doku aus der Mediathek über Südkorea, jede Episode zu einem eigenen Thema:
* Die buddhistischen Tempel
* Die Inseln Jeju und Wando
* Eine mittelalterliche Stadt
* Das Wirtschaftswunder
* Seoul – Eine Stadt wie ein Roman

Natürlich sind immer wieder (buddhistische) Tempel ein Thema, und auch die lang gewachsene Kultur des Landes. Der Doku merkt man an, dass sie von Franzosen gemacht wurde, sie setzt doch ganz andere Schwerpunkte als die „typisch deutschen“ Dokus zu ähnlichen Themen. Sehr spannend fand ich insbesondere den Beitrag zu Jeju und der neueren Geschichte der Insel. Die Folge zum Wirtschaftswunder hat dafür einige Längen. – Dennoch: Korea steht schon lange auf meiner Reisewunschliste, und nach dem Anschauen dieser fünf Episoden habe ich ein ganz anderes und hoffentlich komplexeres Verständnis des asiatischen Landes gewonnen. Sehr interessant.

Hotel Transylvania 3 – Summer Vacation

Teil 1 war ganz nett anzuschauendes, gut gelauntes Familienkino, an Teil 2 kann ich mich – offen gestanden – nicht erinnern. Der dritte Teil der launigen Vampire-und-Monster-Animation allerdings ist ein Fall von Muss man wirklich nicht gesehen haben. Auch ein gut gelaunter Cast (u.a. Adam Sandler, Mel Brooks, Steve Buscemi, Kevin James & Selena Gomez) kann den sehr mäßigen Plot auf dem Niveau von Kindergarten-HoHo auch nicht retten. Eine gute Zusammenstellung an Gags macht den Film immerhin erträglich, aber verglichen mit so manch anderem Animationsfilm ist das ein lauer Abklatsch und underwhelming.

Dirty Old Internet

Richard Gutjahr erzählt auf dem Netzkongress über seine persönlichen Erfahrungen mit Hasskultur, Verschwörungstheorien im Netz, und den Ursachen und möglichen Konsequenzen. Schmerzhaft, wichtig.

 

Dirty old Internet: Leben mit Verschwörungstheorien und Hass | Netzkongress 2018 – ARD-alpha

Going RV

Zwischendrin haben wir immer mal wieder einzelne Folgen dieser TV Show des Travel Channels gesehen. In Going RV suchen US-Amerikaner das für sie perfekte neue „mobile home“ – das vom für unsere Verhältnisse „normalen“ Wohnmobil bis zum 40-Fuß-Auflieger für den Pickup so ziemlich alles sein kann. Meist werden drei Modelle vorgestellt und deren Vorzüge und Nachteile gezeigt, plus die auftretenden Personen haben bestimmte Anforderungen an ihr neues Teil- oder Vollzeit-Heim auf Rädern, ob es nun das Büro und Gästeklo ist, ein bequemes Fernsehsofa, oder ein Stellplatz für die Zapfanlage des selbst gebrauten Bieres… Es ist ein sehr spezifischer Blick in eine für Mitteleuropäer völlig ungewohnte, bisweilen schräge fremde Welt. Manches ist einfach nur cool und anders, bei anderen Dingen kommt man auch an geschmackliche / kulturelle Grenzen…

 

1 Comment

  1. […] Mal wieder (ziemlich viel) Snooker, ein paar Dokus, alles andere findet sich in der Filmnachlese. […]

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