Das war der September

Ich weiss gar nicht, wo anfangen. Selten ist mir ein Monatsrückblick so schwer gefallen wie dieser. Vielleicht wird es auch Zeit, das Format anders zu gestalten, aber ich bin noch nicht sicher, wie genau. Es ist unglaublich schwer, persönlichen Umbruch, besonders den innerlichen, irgendwie zu fassen. Innerlich ist das wie ein Erdbeben, nach Außen oft nur ein leichtes Lüftchen, und dann doch so schwer. Möglicherweise hat dieser Rückblick deswegen so viel Verspätung, oder ist das ein LifeLag?

Und dann fahren wir an einem hochsommerlich heißen Septembertag – so was habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt – über’s Land. Gelbbraune Felder, tapfer der Sonne entgegen gereckte, den Kopf dennoch schwer und träge hängen lassende Sonnenblumen auf vielen Flurstreifen dazwischen. Es ist eine seltsame Mischung aus Leben und nahendem Tod, die wie sinnbildlich für diesen Monat steht.

Wetter

Am Monatsbeginn Sonne, noch ein paar hochsommerliche Tage. Über den Monat nach und nach abklingende Wärme und herbstlicheres Wetter, eine kurze Regenunterbrechung, nochmal Hitze, und dann Absinken der Temperaturen in so etwas wie Indian Summer.

Gesehen

Ein bisschen Youtube, Snooker, holländisches TV (aus Gründen). Dokugedöns, LNOTP, ein bisschen Bosch. Mehr als ich eigentlich gewollt habe, auch der Stimmung geschuldet, aber insgesamt doch überschaubar.

Terrassengarten

Der Übergang von Hochsommer zu Herbst findet abrupt statt, und so ist mittlerweile fast alles, das Heizung braucht, in die Wohnung umgezogen, mit Ausnahe der Bitterorange und einer Hälfte des Lorbeers. Die Tomatenkübel sind leer, die letzte Chili / Paprika ist drinnen. Vor uns liegt noch eine ziemlich heftige Runde Kübel Durchräumen. Vielleicht lasse ich das meiste auch offen, und mache nur das Nötigste und den Rest im Frühjahr. Die Lust hält sich in Grenzen, obwohl ich auch irgendwie Bock auf Garten habe. Es ist kompliziert.

Highlights

Das ganz klare, eindeutige Highlight war ein Nichtwochenende (So-Di) in Geldrop bei Eindhoven. Ein spontanes Mehrere-Tage-Frei von T., abgerundet durch eine ebenso spontane Buchung eines kleinen Apartmentstudios (stylish, Selbstversorger, alles drin, gut gelegen), brachte uns erst ins DAF-Museum in Eindhoven, das einen oder zwei Blogartikel verdient hat, dann nach Geldrop, direkt vor den Toren von Eindhoven und DAF, ein kleines, niedliches Städtchen mit einem alten Kastell mit traumhaften Garten- und Parkanlagen, dazu ein just an diesem Sonntag von gutem Wetter verwöhntes Open-Air-Musikfestival, und ein paar schöne Wanderungen in den umliegenden Heide-Naturflächen waren auch noch drin. Hat ungemein gut getan und Spaß gemacht. Und wir wollen wieder kommen.

Was sonst noch war

  • Zum Monatsbeginn waren wir unterwegs zum 80. Geburtstag meiner Schwiegermutter. Ich habe davon nicht viel (ausser) Stress erwartet, aber meine Erwartungen wurden noch unterboten. Von Feierstimmung keine Spur, einige der Anwesenden kamen in Fleecehoodies und Schlabberhose (ich war in schwarzen Slack Pants und Seidenbluse quasi overdressed), die Stimmung war durch diverse Fehden zwischen den Gruppierungen eisig. Meine SchwieMu war augenscheinlich froh, alle nochmal zusammen zu erleben, und tat mir ein wenig leid, weil sie eigentlich nicht der Star des Tages war, was sie verdient gehabt hätte.

    Immerhin war sie happy, dass der Bürgermeister des Ortes eigens vorbei gekommen war, um zu gratulieren, und auch seine Familienbezüge beim Smalltalk alle drauf hatte.– Positiv anzumerken war, dass wir uns dafür entschieden haben, vor dem Event nicht bei SchwieMu, sondern im Hotel in etwa 80 km Entfernung zu nächtigen. Das war sehr entspannt und hat die Angelegenheit mächtig entkrampft. (Und danach haben wir uns einen Frankreich-Einkauf gegönnt.) Auf der negativen Seite, von den familieninternen Querelen mal abgesehen, findet sich die Tatsache, dass mein Schwager aussieht wie der lebende Tod, und ich ihm nicht allzu viel Überlebenszeit zurechne. Krebs ist ein Arschloch.

  • Einen persönlichen Tiefpunkt erreicht. Alles zuviel. Immerhin in den Armen des Mannes abgefangen.
  • Kurztrip nach Bockel. Da ist ein großer Autohandel. Wir schauen uns Mercedes Sprinter an, weil uns immer noch die Idee eines Campervans durchs Hirn geistert, wenn auch mehr, um einfach generell eine Idee zu haben, als mit Kaufabsichten. Danach noch ein bisschen Geocaching in der Pampa bei schönem Indian-Summer-Wetter.
  • Ein Freund hatte einen Unfall bei der Arbeit am AdW in einem Dritte-Welt-Land, und obwohl alles hätte sehr viel übler ausgehen können (toitoitoi) ist auch das eine gute Erinnerung, wie schnell sich das Leben verändern und in der Grütze sein kann (und immer eine Reisekrankenversicherung zu haben). Mittlerweile ist er wieder in Hamburg, nach MedEvac, und zusätzlichen OPs, und alles scheint vorerst gut zu laufen.

Ausblick

Vor mir liegt ein Monat, der dem inneren und äußeren Aufräumen gewidmet ist. Im November geht es in den dringend benötigten Urlaub. Der Garten wie die Wohnung wie mein eigenes Lebenschaos wollen (mal wieder) durchgeräumt und -gefeudelt werden.

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