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Irgendwas mit Instagram

Vor einigen Tagen habe ich mein fast 4 Jahre altes Smartphone duch ein neueres ersetzt. Beim Installieren von allerlei Apps ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass ich eigentlich Instagram auch weglassen könnte.
Warum?

Sicher spielt die Tatsache, dass es Corona-bedingt bei mir schon lange keinen Reisecontent mehr gibt, eine Rolle. Aber der Hauptgrund ist, dass Instagram für mich zunehmend unbenutzbar geworden ist, und ich wenig davon habe, einfach Bildchen durchzuklicken. Gefühlt besteht mein Feed zu 1/3 aus sinnloser, nerviger Werbung, der Rest ist, da nicht mehr chronologisch, ein wirrer Haufen an unsortiertem Content. Mehrwert vs. Lebenszeit = 0.

Die App an sich lässt mich nur noch auf hakeligen Umwegen (wenn überhaupt) die Dinge sehen, die mich interessieren. Sie erstickt an Featuritis und versteckt dafür häufiger die Optionen, das zu sehen, was mich wirklich interessiert.

Das, was ich sehe, ist darüber hinaus immer kommerzialisierter geworden, ob Reiseblogger*innen, Foodblogs oder Kunstschaffende. Ich möchte einfach nicht das sechshundertdreiundsiebzigste „Happy-Thirtysomething mit Hund / langen Haaren / Kleidchen / breitkrempigem Hut / Badeanzug / Pampasgras living the best life“-Post sehen. Und auch nicht das drölfzigste völlig spontane „beiläufig in drei Stunden Styling siebzehn verschiedene Gewürze elf Blüten und dreiundzwanzig Beeren auf Schieferplatte an Müsli oder wie ich ganz natürlich und gesund trotz Stress jeden Tag frühstücke“-Foto in neun Varianten im Stream haben.

Ich brauche nicht *noch* einen Messenger, und Reels, Stories, Videos sind für mich (in einer Foto-Sharing-App) nie ein Reiz gewesen.

Ich habe die App zwar installiert, aber noch keinen der in unserem Haushalt vorhandenen (vier? fünf?) Accounts eingerichtet. Und ich weiss auch immer noch nicht, ob ich das tun will.

Heute sah dann ich auf Twitter diese Nachricht des „Head of Instagram“, Adam Mosseri:

Die Kommentare darunter drücken sehr deutlich das aus, was – zumindest in meiner Bubble – die meisten Menschen denken.

Das alte Instagram war toll, weil es eine *simple* Bilder-Sharing-App war, in der die Nutzer*Innen die Kontrolle über ihre User Experience hatten. Nur schade, dass es derzeit nichts gibt, was das alte Instagram ersetzen kann.

Das Geschäftsmodell von Facebook/Instagram ist jedenfalls das exakte Gegenteil davon.

Ach ja: Instagram ist der letzte verbliebene Kontakt bei mir zum Datenkraken Facebook. Dem ich auch als Content Creator kein Material liefern möchte, das dieser mißbrauchen kann. Vielleicht wird es doch Zeit, sich davon zu trennen.

Veröffentlicht in Querbeet

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