Das war der Oktober

Wetter

Ein paar hochsommerliche Tage, dann abruptes Wiederabkühlen und einige Schauer, eine längere Strecke goldener Oktober (trocken, nachmittags warm, Sonne, nachts um 4-8 Grad). Im letzten Monatsdrittel kühl und herbstlich, und zum Teil stürmisch, aber alles in allem ein sehr angenehmer Monat. Am 31. tatsächlich noch (im T-Shirt!) nachmittags auf dem Terrassensofa Kaffee getrunken.

Gesehen

Mal wieder (ziemlich viel) Snooker, ein paar Dokus, alles andere findet sich in der Filmnachlese.

Terrassengarten

Die goldenen Herbsttage waren wie geschaffen, um meine Aufräumarbeiten in den Terrassenkübeln einschließlich Erde-Sieben anzugehen. Der seit Jahren nicht umgebuddelte Metallkübel auf der Ostseite ist entrümpelt, ich habe Tonscherben in Mengen gefunden, die auf das frühe Vorhandensein einer antiken Zivilisation auf meiner Terrasse schließen lassen. Außerdem ganze Erdnüsse in Schale – hallo, Eichhörnchen!

Im Kübel befinden sich nun ein Lorbeer, etwas Wermut, ein Blutampfer, eine Melisse, ein Bergmajoran, und ich habe Radieschen und Feldsalat gesät. Der Estragon ist mitsamt einem Tray Frühblüher ebenfalls wieder an seinen angestammten Platz gezogen. Eine Schale mit dem selbst ausgesäten Blutampfer wartet noch auf Wintereinsatz drinnen und wandert vor dem Urlaub noch ins Haus. Da draußen noch genug davon wuchert, nehme ich an, der Ampfer gesellt sich zu Senf=Asiarauke und Schnittsellerie als unkaputtbar.

Die Duftnelke, der Lavendel und die Mini-Dahlie haben bis zuletzt geblüht was das Zeug hielt. Die Knolle der kleinen Dahlie trocknet nun auf der Fensterbank vor sich hin.

Beim Gartenmagazine lesen habe ich die traumhaften Tulpen von Sarah Raven entdeckt, und ich fürchte, nächstes Jahr muss ich sehr viel mehr Tulpen einbuddeln…

Einen Teil der Kübel habe ich auch so belassen wie er war, keine Lust – das reicht auch im Frühjahr noch. Die Bornholmmargeriten sind nach drinnen umgezogen, mal schauen, ob ich die überwintert bekomme. Auf der Ostseite habe ich noch schnell Portulak gesät. Irgendein Tier, ich vermute Vögel, macht regelmäßig tiefe Kuhlen in mein Radieschenbeet (und zupft die jungen Radieschen raus). Zwischendrin habe ich Erde nachgefüllt, glattgestrichen, nur um einen Tag später das gleiche wieder vorzufinden.

Highlights

Wirkliche Highlights gab es keine, Tiefpunkte dafür allerdings auch nicht.

Was sonst noch war

  • Die USA werden immer erschreckender. Der Ablauf der Kavanaugh-Nominierung /-Ernennung und die sich immer weiter in Hass spaltende Gesellschaft lassen nicht eben auf eine friedliche demokratische Lösung hoffen. Ich wünsche mir dass ich mich irre… Dazu passt dieser Artikel aus dem Atlantic über die historischen Zusammenhänge von politischer Radikalisierung und Hass, aber auch der rassistische, faschistoide, radikalisierte Irrsinn, der gerade Brasilien durchfegt.
  • Mitten im Monat ruft SchwieMu an und erklärt, dass sie im Krankenhaus liege. Kurzer Schock. Zum Glück hat die Schwiegerenkelin dafür gesorgt, statt auf den Kardiologentermin am Monatsende zu warten. Nach einigen Tagen neuer Medikation und Feineinstellung ist sie wieder auf dem Damm, zu Hause und fit.
  • Der Passat hat frische (neue) Wintermokassins, was wohl heisst, dass wir die Rübe noch ein paar Jahre fahren.
  • Das alte Macbook hat eine kleine Frischzellenkur in Form einer SSD bekommen.
  • Google killt bis Ende August nächsten Jahres GooglePlus. Natürlich kommen jetzt die ganzen Meckerer, die sagen, G+ sei immer schon tot gewesen. Tatsächlich hatte sich G+ zu einem Netzwerk gemausert, in dem man dank Collections, Gruppen und der (wenn auch bescheiden zu bedienenden) Circles sehr gut an thematisch fokussierten Diskussionen teilnehmen könnten. Hier geht eine große Sammlung von Wissen einfach verloren. Und der tatsächliche (qualitative) Interaktionsgrad innerhalb dieser Gruppen und Collections – abseits von Herzchen, Sternchen, EinWortKommentaren – dürfte die meisten anderen Social Networks um ein weites übersteigen, gerade weil das Netzwerk „langweilig“ war. Für mich ergeben sich mehrere Probleme, vor allem: was mache ich mit einigen meiner kuratierten Collections. Lasse ich sie in einem Bookmarkordner oder auf meiner Festplatte oder bei Evernote verschimmeln, oder gebe ich ihnen eine neue öffentliche Heimat, wie bei Tumblr oder in einem Blog? (Und in einem Blog, wie weit greift da wieder das Zitatrecht, wenn ich aussagekräftiges zu einzelnen Links pasten / schreiben will? und wo stecke ich ggf. dann schon in Leistungsschutzrecht- oder LinkTax-Unsinn?) Das zweite Problem: Meine Communities, die ich bisher bei GooglePlus pflegte, zerstreuen sich in alle Richtungen, von Fotografen bei Ello, über Gamer bei Diaspora über Minds bis MeWe. (Bezeichnenderweise möchte wirklich niemand zu Facebook…). Das bedeutet, am Ende muss ich statt ein Netzwerk vielleicht 4 oder 5 abonnieren, um auf den gleichen Informations- / Austauschstand zu kommen. Generell ist es ein Ärgernis, dass Google – wieder einmal – einen gut eingeführten Dienst killt, noch dazu aus fadenscheinigen Gründen, wie etwa damals beim Google Reader. Konsequenterweise sollte man sich nicht zu stark von solchen Produkten abhängig machen. Vernünftig arbeiten geht anders.

Ausblick

Im November geht es in den Urlaub, worauf ich mich seit Monaten freue. Leider nicht so lang wie ich mir das wünschen würde, aber irgendwas ist ja immer. Gefühlt ist 2018 damit durch.

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