Filmnachlese 2018-01

Im Januar gesehen:

Midnight, Texas (Staffel 1)

Paranormal-Serien sind üblicherweise gar nicht mein Genre. Für Midnight, Texas mache ich aber eine Ausnahme – die Serie, die sich an der gleichnamigen Buchreihe von Charlaine Harris orientiert, ist angenehm locker-leichtfüßig, mit coolen Charakteren und einem ganz offensichtlich vergnügt bei der Sache seienden Cast. Die Handlung schafft den perfekten Spagat zwischen lockerer Selbstironie und dräuendem Armageddon. Ich hoffe auf eine zweite Staffel.

Wanderlust (2012)

George und Linda Gergenblatt (Jennifer Aniston und Paul Rudd) kaufen ein winziges Apartment in New York City, um ihrem Traum – Karriere in der Stadt aller Städte, Lifestyle, Hipness – nachzugehen. Doch der Traum nimmt ein jähes Ende, als George gefeuert wird. Nicht sonderlich überraschend stellen sie fest, das ihre Immobilienmaklerin sie über den Tisch gezogen hat, und ihr „Micro Loft“ schlecht zu verkaufen ist. So machen sie sich auf den langen Road Trip nach Atlanta zu George’s Bruder, Rick, der einen Job in Aussicht gestellt hat, und übernachten eher unfreiwillig in Elysium, einer Art Hippie-Kommune. Elysium erweist sich als ein Beinahe-paradiesischer Gegenpart zur stressigen Gesellschaft, in der sie bislang lebten, und nach einem kurzen Stopp bei Rick und seiner angeätzten Ehefrau beschliesst George, dass Elysium der Ort ist, an dem er sein möchte, sehr zur Irritation seiner Gattin. Doch bald kehren sich die Vorzeichen um, woran nicht zuletzt Seth, der sexy Hippie in Elysium, schuld ist…

Über weite Teile des Films entlockt mir Wanderlust nur ein WTF.  Die Charaktere sind alle tendenziell etwas irre und verstört, allen voran ein im Rollstuhl rumirrender Alan Alda, und Schenkelklopf-Jokes geben sich die Hand mit Hippie-Klischees galore. Dennoch kommt am Ende ein recht vergnügter Filmabend dabei heraus, nicht zuletzt dank einer sehr lässig aufspielenden Jennifer Aniston und Alan Alda in einer Fun-Rolle. Angenehme Popcorn-Unterhaltung mit einigen Lachern, die leicht alkoholisiert noch etwas mehr Spaß macht. Tiefschürfend ist das allerdings nicht.

Stargate Universe

Als ich die Serie kurz nach ihrem Erscheinen das erste Mal sah, fand ich sie eher so mittelmäßig. Dank eines gemeinsam durchstandenen Infekts zum Jahresbeginn hatten der Liebste und ich viel Zeit, um sie auf dem Sofa zu bingewatchen, und mittlerweile muss ich sagen, dass ich SGU als atmosphärischen SciFi sehr schätze, wenn ich auch immer noch bestimmte Handlungsstränge inhaltlich überstrapaziert finde, und es inhaltliche / logische Löcher zur Genüge gibt. Vor allem der Cast (Louis Ferreira, Lou Diamond Phillips, Robert Carlyle, Elyse Levesque, Ming-Na, David Blue) lässt einem so manche Figur ans Herz wachsen. Eigentlich schade, dass es keine Fortsetzung nach dem Ende der 2. Staffel gab.

Dude, you broke the Future!

Charles Stross hat diesen Vortrag auf dem #34c3 Ende letzten Jahres gehalten, und ich habe ihn da im Live-Stream angeschaut. Im Januar habe ich ihn dann ein zweites Mal gesehen. Obwohl es noch einige andere wirklich tolle Sessions gab (u.a. mit Peter Schaar, und einen Video-live-Aufritt von Edward Snowden, der sehr unter die Haut ging) ist der Talk von Stross der, der mich am stärksten beeindruckt hat.

Tatsächlich hätte die Menge an Informationen, Ideen, Konzepten, Einsichten auch lässig 4 Vorträge gefüllt. Es macht ziemlichen Spaß, dem britischen SciFi-Autor zu lauschen, obwohl er seinen Vortrag vom Ipad abliest. Man muss allerdings schon recht gut Englisch verstehen, um mitzukommen. Ich werde den Vortrag wohl noch mindestens 3 Mal sehen müssen, bis ich alles aufgenommen habe, was Stross hier aufführt – hauptsächlich, weil mein Hirn bei der Fülle an Informationen sofort in andere Gedankengänge abschweift. Großartig, brilliant durchdacht, eloquent, inspirierend, einen Hauch gruselig. Der Autor hat den Text auch auf seiner eignen Website nochmal zum Nachlesen veröffentlicht.

Ein Kommentar bei „Filmnachlese 2018-01“

  1. […] Snooker Masters und Kleinkram, alles andere ist wie immer in der Filmnachlese zu […]

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