Moleskine Tageskalender 2017 (A5)

Auf der Liste der Projekte 2017 steht recht weit oben mehr mit der Hand schreiben; und so habe ich nicht nur Dinge wie #rockyourhandwriting oder die wöchentlichen Übungen in /r/handwriting für mich entdeckt, sondern ich habe mir zum Jahresbeginn das Ziel gesetzt, täglich Tagebuch zu schreiben. Um dem Ganzen etwas Struktur zu geben / mich zum täglichen Schreiben zu animieren, habe ich mir einen Kalender mit je einer Seite pro Tag gesucht. Und dabei blieb ich nahezu zwangsläufig an dem Moleskine hängen.

Der Moleskine-Tageskalender ist quasi der Klassiker schlechthin – in den Prä-Smartphone-Zeiten trug ich sowas als Allzweck-Agenda eigentlich fast immer bei mir. Aber so richtig genutzt habe ich es nie (ein Schicksal, das auch Zeitmanagementtools von TimeSystem oder tempus zuteil wurde). Aber in diesem Fall soll der Kalender mir ja nur als Tagebuch dienen.

Die erste Entscheidung war die Größe: ungefähr A5 sollte es werden. Dann der Hersteller. Tatsächlich war Moleskine nicht mein erster Gedanke, wenn auch weit oben, aber die Konkurrenz von Leuchtturm (und anderen Herstellern) fiel mehrheitlich vor allem aus einem Grund raus: Samstag/Sonntag teilen sich bei den anderen Anbietern üblicherweise eine Seite.

Die nächste Frage war: Hardcover oder Softcover? In diesem Blogbeitrag von 2011 beschreibt ein/e Nutzer/in, wie sie/er zum Softcover kam und wieso sie/er dieses bevorzugt. Ich bevorzuge den festen Einband – aus drei Gründen:

  • Ich möchte nicht, dass mein Notizbuch verbogen und verknickt wird (ästhetische Gründe).
  • Mit dem Hardcover kann ich auch ohne Tisch in fast jeder Lebenslage schreiben (praktische Gründe).
  • Die Haptik gefällt mir besser.

Also wurde es der 2017er Tageskalender von Moleskine A5, schwarz, Hardcover. Ein Tag, eine Seite. Hinten im Einband ist eine Lasche, in der man Kreditkartenbelege, Kinokarten, Museumseintrittskarten oder andere wichtige Schnippel aufbewahren kann. Eine Menge Leute im WWW haben bemeckert, dass das Moleskine nicht mehr den A-Z-Adressteil beinhaltet, der früher dabei war. Ich finde das ziemlich konsequent im Zeitalter des Smartphones, und es spart Gewicht und Druckkosten. Gern würde ich auch auf Schnickschnack wie Zeitzonenkarten, Vorwahlliste und Einheitenumrechnungen vorn im Buch verzichten… aber das ist halt Geschmackssache.

Der wohl wichtigste Punkt am Moleskine Planer ist das Papier. Die Meinungen gehen auch dazu stark auseinander. Die einen finden es zu dünn, die anderen genau richtig. Für Menschen, die gern mit sehr viel flüssiger Tinte schreiben, also mit mittleren oder breiten Füllfederhaltern, ist das Papier nicht ideal geeignet. Ich habe darauf mit Pilot G2, Sharpies, Pelikan Inky, Platinum Preppy 0.3 und mit dem Pilot Metropolitan in M geschrieben. Bis auf die sehr „feuchten“ Inky machen alle Stifte eine gute Figur. Ich mag auch die sehr glatte, etwas schmeichlerische Haptik des Papiers, tatsächlich lieber als das Papier im Leuchtturm 1917.  Aktuell schreibe ich darin mit dem Pilot Füllhalter und Pelikan Edelsteintinte, und bin damit glücklich.

moleskine-today

Mittlerweile schreibe ich nun seit mehr als zwei Monaten täglich in das Buch; es erfüllt also genau den Zweck, für den ich es gekauft habe, und ich bin selbst erstaunt, dass ich noch keinen Tag ausgelassen habe. Mal sind es nur ein paar Zeilen, mal ist es eine ganze Seite. Ich nehme das Buch gern zur Hand, und da es etwas schmaler ist als z.B. das Leuchtturm 1917, liegt es für mich auch besser in der Hand.

Was sich, getreu dem Motto dieses Jahres (Year of  Unintended Consequences), bereits jetzt abzeichnet, ist, dass ich Gefallen am Mit-der-Hand-Schreiben finde, und mehr, freier, flüssigere Notizen in ein Notizbuch schreiben möchte, unabhängig von der eher als kurze Tageschronik dienenden Schreiberei im Moleskine-Tageskalender. Die Frage, die sich mir aktuell stellt, ist – nehme ich dafür ein Leuchtturm 1917 (dotted), oder doch ein einfaches liniertes Moleskine? Letztlich bin ich derzeit – und das ist dann auch das Fazit zum Moleskine Tageskalender – mit meiner Wahl sehr zufrieden.

 

 

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