Filmnachlese 2017-09

Im September gesehen:

Fernost – Von Berlin nach Tokio

Auf dem Asian Highway No. 1 ist ein Drehteam unterwegs, und legt 27.000 km auf der Strecke von Berlin nach Tokio zurück. Die einzelnen Etappen kann man hier auf der Projekthomepage sehen. Die Produktion von rbb, Radio Bremen und von BASISberlin, in Zusammenarbeit mit arte, kann man derzeit in der Mediathek sehen. Neben der reinen Begleitung des Teams sind es vor allem die Abstecher zu den „normalen“ Bewohnern der Regionen, die sie bereisen, die die 10 Episoden sehenswert machen. Natürlich fehlen auch touristische Must-Haves nicht, aber interessanter als diese sind die praktischen und politischen Probleme, mit denen sich das Team oft herumschlagen muss. ein kleines bisschen Fernweh, streckenweise aber auch nur ein „da möchte ich nicht wirklich hin“.

BBC Prom 27: Ella and Dizzy: A Centenary Tribute

Ich bin seit vielen Jahren Fan der Musik von Ella Fitzgerald, und von Dianne Reeves, insofern war klar, dass ein Konzert mit dieser Beschreibung

Celebrate the centenary of jazz legends Ella Fitzgerald and Dizzy Gillespie. Grammy Award-winning vocalist Dianne Reeves and trumpeter James Morrison perform their greatest hits, from the Great American Songbook to Gillespie’s bebop beats.

genau mein Ding sein würde. Wieder einmal zeigt die „Beeb“, dass sie Konzertaufzeichnungen, erst Recht aus der Royal Albert, einfach können. Fantastisch in Szene gesetzt. tolle Musik, ein Stück weit den eigenen musikalischen wie historischen Horizont erweitert – und Dianne Reeves rocks (be)bops the house, dass es nur so groovt und wackelt.

Baywatch

Ich weiss nicht mal so genau, was mich geritten hat, mir ein Baywatch-Remake mit Dwayne „The Rock“ Johnson anzusehen, aber letzten Endes kam genau das dabei heraus, was ich erwartet hatte: ein sehr mäßiger TV-Movie, den auch ein (mäßig motivierter) Zac Efron nicht retten kann, und in dem The Rock eine erstaunlich gute Figur macht. Die Storyline ist so gehalten, dass auch jemand mit dem IQ eines Wasserballs ihr folgen kann, und mehr muss man dazu eigentlich nicht wissen. Immerhin nicht komplett furchtbar. Cameos von Hasselhoff und Anderson gabs natürlich auch.  Könnte schlimmer sein.

Despicable Me 3

Ein quietschbuntes Animationsvergnügen, das eher nicht für Kinder gemacht ist, auch wenn diese bestimmt ihren Spaß daran haben, sondern ganz offensichtlich auf die Eltern- und Großelterngeneration gemünzt ist. Der Großteil der 80erJahre-Gags und -Jokes erschliesst sich einem nur, wenn man auch den Kontext dazu kennt – dann aber macht der Film auch den Großen eine Menge Spaß.

Für mich hätten die Minions insgesamt eine größere Rolle spielen dürfen, aber auch so angenehme Unterhaltung mit Fun-Faktor.

Dead Again in Tombstone

Tombstone, Western, Untote und Danny Trejo sah zunächst nach einer gelungenen Kombination aus. Leider ist der Film, der sich als Sequel zu dem mir unbekannten Dead in Tombstone herausstellte, aber ein eher unmotivierter Splatter-Zombie-Dark-Evil-Irgendwas-Streifen mit wenig konsistenter Handlung, was auch die Co-Stars Dean McDermott und Jake Busey nicht rausreissen können. Auf der Hälfte abgebrochen.

Prometheus

Irgendwie ging mir dieser Film wohl anno 2012 durch die Lappen, als er in die Kinos kam. Charlize Theron, Michael Fassbender, Idris Elba, Noomi Rapace und Logan Marshall-Green besetzen die wichtigsten Rollen, wobei mir der „blonde Nazi“-Look von Fassbender und Theron etwas sauer aufstößt. Dafür ist Idris Elba als Captain des Raumschiffes Prometheus angenehm rotzig.

Das Jahr 2089. Verstreut über die gesamte Welt entdeckt die Forscherin Elizabeth Shaw mysteriöse Zeichen, die alle auf dasselbe Ziel im Weltraum deuten. In Begleitung des Androiden David 8 , zwei Vertretern von Weyland Industries und dem restlichen Team der „Prometheus“ folgt sie den Hinweisen zu den Ursprüngen des menschlichen Lebens. Ihre gefährliche Expedition führt sie in eine der dunkelsten Ecken des Universums, wo sie sich einem Kampf stellen müssen, der über die Zukunft der Menschheit entscheiden wird.

Die gefährliche Expedition lässt ungefähr jegliche Logik, Vorsicht, wissenschaftliche Genauigkeit und dem Aufwand der Aktion angemessene Maximalisierung der Ausbeute an möglichem Wissenszuwachs vermissen, was mich ärgert. Trotz viel Eye Candy bei der Ausgestaltung der Prometheus ist das Ganze am Ende nur ein ziemlich mittelmäßiger Action-Alien-Streifen. Die visuellen Effekte sind sehr schick, die Atmosphäre ist gänsehauterzeugend, die Charaktere sind dagegen blass und unglaubwürdig, und das Ganze endet in einem Bombast-Finale, das bei aller Liebe zu einem ordentlichen BUMM arg weit hergeholt ist. Einigermaßen Popcornkino, nur die allerletzte Szene ist wirklich irgendwie interessant im Kontext des Aliens-Universums.

Alien: Covenant

Die „Fortsetzung“ zu Prometheus mussten wir uns dann auch noch ansehen.

Die Covenant ist auf dem Weg zu einem fernen Planeten, wo die Menschen an Bord eine neue Kolonie begründen sollen. Unterwegs wird die Crew aus dem Hyperschlaf gerissen: Warnsignale führen das Schiff auf einen nähe gelegenen Planeten, auf dem womöglich ebenfalls Leben möglich sein soll. Dort stößt die Mannschaft auf das Wrack der Prometheus und den Androiden David. Dass er es mit den Menschen nicht unbedingt gut meint, erkennen die Leute von der Covenant zu spät.

Positiv ist an Alien: Covenant eigentlich nur die schauspielerische Leistung von Michael Fassbender hervorzuheben, ansonsten handelt es sich um vorhersehbar düsteren und relativ langweiligen Splatter mit dem ebenso vorhersehbaren Ergebnis, dass (mindestens) ein Alien überlebt und sich am Ende des Films auf der Covenant befindet.

The Last Night of the Proms

Quasi ein fester Termin in meinem TV-Jahr. Prom #75 aus der Royal Albert Hall ist jedes Jahr ein Spektakel, und jedes Jahr frage ich mich, warum der NDR (oder ein anderer Sender) nicht das komplette Prom sendet. Streaming sei Dank konnten wir auch dieses Jahr das Konzert ganz sehen, und uns somit auch an den Einlagen von Bryn Terfel im Hyde Park erfreuen.

Suicide Squad

Comicverfilmungen sind nicht so meins, besonders nicht, wenn man dafür das halbe Marvel- oder DC-Universum kennen muss, um die Plots zu verstehen. Das ist bei Suicide Squad erfreulich anders. Ein fröhliches Action-Antisuperheldengemetzel, bei dem insbesondere Jared Leto als Joker und Margot Robbie als Harley Quinn gut in Erinnerung bleiben. Nichts Tiefschürfendes, aber mit einem fetzigen Soundtrack. Kann man durchaus gucken.

The Space Between Us

Fängt wie eine Space Opera an, und ich hoffe schon beinahe auf ein weiteres Marsabenteuer, aber dann verwandelt es sich doch noch in eine relativ schmalzige Boy-Meets-Girl-Coming-of-Age-Story. Furchtbar viel wissenschaftlich unhaltbarer Unfug versaut auch den Space/Science-Part, und die eher unirdische Performance von Gary Oldman rundet das Ganze passend ab. Fällt unter: leicht angeheitert im Flugzeug wäre es vermutlich ganz angenehm dahinrieselnde Sinnesbetäubung.

1 Kommentar

  1. […] Dank des schlechten Wetters an den ursprünglich für ganz andere Dinge verplanten freien Tagen des Liebsten viele Dokus / Zeugs aus der Mediathek und auch überdurchschnittlich viel anderen Kram geschaut. Eine Übersicht gibt’s wie immer in der Filmnachlese. […]

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