Filmnachlese 2017-08

Im August gesehen:

Minimalism. A Documentary About the Important Things

Der Film von und mit den beiden Autoren/Podcastern von der Website The Minimalists befasst sich mit einem Less is more-Ansatz, der mir eigentlich sympathisch ist. Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus sind auf der Suche nach mehr Qualität und persönlichen Beziehungen in ihrem Leben, weg von den Tretmühlen des typisch amerikanischen Consumerism und eines hoch bezahlten Stress-Jobs. Neben den beiden kommen auch noch einige andere „Aussteiger“ zu Wort, die ihr Heil in unterschiedlichen Lebensformen suchen. Leider ist unter dem Strich der Film aber, von einigen Feel-Good-Motivationssprüchen abgesehen, hauptsächlich eine Art Bio-Pic der beiden Hauptdarsteller, die damit sich, ihre Bücher und ihren Podcast promoten. Mit Ausnahme des von mir geschätzten Leo Babauta tauchen entsprechend auch vorwiegend wohlhabende weiße Männer auf, die unter echten First-World-Problems leiden. Ganz nett zum Einstieg ins Thema Consumerism und Minimalismus, mehr aber auch nicht.

Steve Mcqueen: The Man & Le Mans

Eine Doku über Steve Mcqueen und die Entstehung des Filmes Le Mans bzw. die dabei auftretenden Probleme und ein ganzes Stück Biografie des berühmten Mimen. Neben Zeitzeugen / Mitwirkenden am Film und seiner Ex-Ehefrau taucht vor allem Chad Mcqueen auf. Interessant sind viele Blicke hinter die Kulissen des Films – eine Art erweitertes Making Of – sowie erstmals verwertetes, ursprünglich verloren geglaubtes Original-Ton-Material von Mcqueen. Viele filmische Details – wie die sehr authentischen Aufnahmen des Rennens entstanden, mit welchen Techniken und welcher Liebe zum Detail gearbeitet wurde – waren damals revolutionär, was man im Zeitalter von RC-Helikopterflügen und massenweise GoPros fast vergessen hat. Ich fand dafür dann erstaunlich, wie ungepflegt „Mr. Cool“ doch bei den Dreharbeiten herumlief. Ein interessantes Randdetail war für mich das Auftreten von Siegfried Rauch. Für Motorsport- und Filmfans gleichermaßen interessant.

The Mist (Season 1)

Der TV-Movie The Mist aus dem Jahr 2007 nach einer Erzählung von Stephen King war schon kein großer Wurf, bot aber ein paar Highlights in der Besetzung auf, wie die ganz fabelhaften Frances Sternhagen und Marcia Gay Harden, sowie Andre Braugher und Thomas Jane. Dafür sah man über miese special effects und einen langatmigen Plot halbwegs entspannt hinweg.

Die gleichnamige Serie aus diesem Jahr allerdings ist eine völlige Enttäuschung, das kann auch eine (vorhersehbar) irre Frances Conroy nicht retten. Langatmige, langweilige Plots aus der Mottenkiste der Krimi- und Horrorgeschichte, ins ewig gleiche Nebelgrau einer kleinen Mall in Landeier-Amerika transferiert, ein paar wirre Anspielungen auf einen vagen Militärhintergrund und etwas Lug & Betrug machen noch keine gute Serie.  Stilechte Lebenszeitvergeudung, in der man besser ein gutes Buch, von mir aus auch von Stephen King, gelesen hätte.

Millionenstadt über den Wolken – Die erstaunliche Welt des Luftverkehrs

Gerade noch rechtzeitig vor dem Depublish haben wir in der ZDF Mediathek die dreiteilige Doku über die Welt des Luftverkehrs gesehen, die das ZDF wohl von der BBC zugekauft hat. Als Avgeeks fanden wir das einigermaßen spannend, wenn auch ein Großteil davon bekannt war und die Bilder insbesondere aus Dubai nicht neu waren. Neben DXB mit dem größten Passagiergepäck-System werden vor allem Atlanta als größter Flughafen der Welt sowie HKG als größter Frachtumschlag-Flughafen der Welt vorgestellt. Relativ steril, für Fans der Materie aber durchaus interessant anzuschauen.

Batman & Bill

Die Comicverfilmungen im Kino wie in der Serienwelt scheinen alles zu überrollen, kein Sender, keine Kinovorschau, in denen nicht die DC- und Marvel- Superhelden irgendwie auftauchen. Die These der Filmautoren: Batman hat einen Sonderstatus, Batman ist der einzigartigste, wichtigste, und auf jeden Fall der „biggest franchise“. Batman geht immer.

Die sehr interessant aufgemachte Doku ist aus der jahrelangen Recherchearbeit von Don Argott erwachsen, der irgendwann dahinter kam, dass der angebliche „Vater“ von Batman, Bob Kane, den Großteil seiner Ideen und Zeichnungen aus der Arbeit eines anderen bezog, der dafür aber niemals gerecht entlohnt wurde. Diese Person war Bill Finger. Argott verfolgt mit den Nachfahren Fingers diese Geschichte und versucht, für den Zeichner/Autoren und seine Familie Gerechtigkeit zu erlangen.  Spannend und sehenswert, selbst wenn man (wie ich) kein Superheldenfan ist.

 

1 Kommentar

  1. […] Hauptsächlich Dokus, Zeug aus der Mediathek, Bill Maher, das Erwähnenswerte wie immer in der Filmnachlese. […]

Kommentar verfassen