Filmnachlese 2017-03

Im März gesehen:

Ghostbusters (2016)

Das Ghostbusters-Remake hat eine Menge Kritik einstecken müssen. Natürlich, möchte man fast sagen, kann das Remake nicht das Original erreichen. das ist vielleicht überhaupt die Crux dieses Films: warum ein Remake von etwas machen, das im Original einfach toll war? Automatisch geht der Kinobesucher mit festen Erwartungen aus dem Original in den Film, und ist entweder enttäuscht, weil das Remake zu eng am Original ist, oder genau das Gegenteil.

Hätte das Team um Melissa McCarthy, Kate McKinnon, Kristen Wilg und Leslie Jones eine Art Sequel mit eigener Storyline gemacht, wäre das Ergebnis und die Kritiken vielleicht anders ausgefallen, denn im Grunde genommen sind die starken Frauencharaktere dieses Films ziemlich coole Typen, die viel Spaß machen, und auch an so mancher Verneigung vor den alten Helden (nicht nur in den Cameos der noch lebenden Original-Ghostbusters) konnte man durchaus seine Freude haben. Eigentlich ist die 2016er-Ausgabe von Ghostbusters ein gar nicht mal so schlechter, witziger Comic-Streifen mit viel Sarkasmus und Augenzwinkern geworden, durchaus unterhaltsam, nur eben überschattet von den vom Original ausstrahlenden Erwartungshaltungen. Ein großer Wurf? Sicher nicht. Eine Katastrophe, wie viele finden, ist er aber auch nicht geworden. Wir hatten Spaß dabei.

John Wick

Nachdem Teil 2 gerade in den Kinos ist oder war, und ein Freund erwähnte, Teil 1 sei so viel besser gewesen, haben wir uns diesen angesehen. Nach ein paar Minuten war klar: den Film hatten wir schonmal gesehen. Dass ich mich an den Titel nicht mehr erinnern konnte, sagte alles. Die Kurzfassung: Keanu Reeves läuft mit zu langen Haaren und stoischer Miene als Profikiller durch ein relativ sinnbefreites Actiongemetzel. Das Beste an John Wick war für mich der alte Ford Mustang, den Wick/Reeves fuhr. Relativ öde, und definitiv kein Grund, sich einen zweiten Teil anzuschauen.

Elysium

Matt Damon und Science Fiction klingt mit Rückblick auf The Martian super, ist es aber nicht. Wir schreiben das Jahr 2154, die Armen schuften auf der verseuchten Erde, die Superreichen leben grün, gesund und lässig auf einer Orbitalstation, und beuten die Armen aus. Matt Damon stolpert herum wie eine vom Borg-Kollektiv getrennte Drohne auf Cortison-Überdosis, mit Action-Szenen, die einen Hauch Mad Max verströmen wollen. Die Handlung, falls man diesen pseudogesellschaftskritischen Wust an Flashbacks und mäßiger Schauspielerei so nennen möchte, ist konfus, zerfahren, visuell wenig begeisternd, dafür aber vorhersehbar; und schließlich verleiden mir technische Goofs und Anachronismen auch noch den kleinen Rest des Films, der ansprechend sein könnte. Mit anderen Worten: reine Lebenszeitvergeudung.

Sing

Wenn die Macher der Minions einen Musik-Kinderfilm mit animierten Tieren machen, dann kann man eins erwarten: superknuffige Animationen, und genau die gibt es hier en masse. Die Story per se ist nicht sonderlich tiefschürfend, eher „nett“, aber das macht überhaupt gar nichts, weil allein schon die liebevoll ausgestaltete Szenerie und die gelungenen Charaktere eine Menge Spaß machen.

Im Gegensatz zur Herzdame haben wir nicht die deutsche, sondern die englischsprachige Fassung gesehen – Reese Witherspoon, Scarlet Johansson (meine Lieblingsfigur: Ash), Taran Egerton (der großartig singen kann), Seth Macfarlane und Tori Kelley rocken die Bühne, dass es nur so wackelt, und Matthew McConaughey ist in der Figur des Koalas Buster Moon der Kitt, der das Ganze zusammenhält. Schmissige Musik, viel gute Laune und eine ganze Menge Anspielungen aus der Filmgeschichte sorgen dafür, dass der Film trotz vorhersehbarer Handlung nie langweilig wird, und man ihn direkt danach glatt nochmal ansehen könnte. Beste Unterhaltung für Tage, an denen man eine kräftige Dosis Aufmunterung vertragen kann.

Death Race 2050

Ein Roger-Corman-Remake eines Roger-Corman-B-Movies. Irgendwo zwischen Politik-Kritik und trashigem SciFi-Low-Budget-B-Movie angesiedelt. Es gibt gute B-Movies, und es gibt gute Arbeiten von Corman. Dieser Film ist keines von beidem.

1 Kommentar

  1. […] Filme und Serien – hier in der Filmnachlese […]

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